Die Karenzzeit (auch tilgungsfreie Zeit) ist ein vereinbarter Zeitraum, in dem Sie als Darlehensnehmer nur die Zinsen zahlen, aber keine Tilgung leisten. Die Restschuld bleibt in dieser Phase unverändert. Sie senkt die monatliche Belastung am Anfang, verlängert aber die Gesamtlaufzeit und erhöht die Zinskosten. Im Folgenden erfahren Sie, wann eine Karenzzeit sinnvoll sein kann und worauf Sie achten sollten.
Was ist die Karenzzeit? Definition
Während der Karenzzeit wird nur der Zinsanteil bedient; die Tilgung beginnt erst danach. Das ist vergleichbar mit der Phase bei einem endfälligen Darlehen, bei dem die gesamte Tilgung erst am Laufzeitende fällig wird – bei der Karenzzeit folgt nach der tilgungsfreien Phase jedoch die normale Ratenzahlung. Manche Anbieter nennen die Karenzzeit auch Tilgungsaussetzung (wobei Tilgungsaussetzung oft den kompletten Verzicht auf Tilgung bis zur Fälligkeit meint).
Dauer und Ausgestaltung der Karenzzeit
Die Karenzzeit wird im Darlehensvertrag festgelegt – typisch sind ein bis fünf Jahre. In dieser Zeit bleibt die Restschuld unverändert; Sie zahlen nur die Zinsen auf den vollen Darlehensbetrag. Nach Ablauf der Karenzzeit wird die verbleibende Kreditlaufzeit mit der vereinbarten Tilgung berechnet – die monatliche Rate steigt dann deutlich, weil in kürzerer Zeit getilgt werden muss. Die Bank prüft bei Antragstellung, ob Sie nach der Karenzzeit die höhere Rate tragen können; oft wird dafür ein höheres Einkommen oder eine geplante Gehaltssteigerung unterstellt. Die Darlehenskosten steigen durch die Karenzzeit, weil über einen längeren Zeitraum Zinsen auf die volle Summe anfallen.
Warum wird eine Karenzzeit vereinbart?
Typische Gründe: geringere monatliche Belastung in der Anfangsphase (z. B. bis zum Einzug oder bis zu Gehaltssteigerungen), bessere Bonitätsprüfung, weil die Rate niedriger ist. Nachteile: längere Laufzeit, höhere Zinskosten, später höhere Raten. Die Bank prüft, ob Sie nach der Karenzzeit die dann höhere Rate tragen können. Besonders bei Neubau oder Kauf einer Immobilie mit Renovierungsbedarf kann die Karenzzeit helfen, in der ersten Zeit nur Zinsen zu zahlen und das Budget für Umzug, Einrichtung oder Handwerker zu entlasten. Langfristig zahlen Sie aber mehr Zinsen als bei sofortiger Tilgung – die Kapitaldienst-Belastung verschiebt sich nur nach hinten und wird in der Folgephase höher.
Für die Anschlussfinanzierung spielt die Karenzzeit keine direkte Rolle – nach Ablauf der Zinsbindung wird ohnehin neu verhandelt. Wichtig ist, dass Sie bis dahin die Raten zuverlässig zahlen und die Restschuld im Rahmen bleibt. Rechnen Sie vor Vertragsabschluss durch, wie hoch die Rate nach der Karenzzeit sein wird und ob Sie sie mit Ihrem dann erwarteten Einkommen stemmen können. Bei Zweifeln ist ein Darlehen ohne Karenzzeit mit von Anfang an gleichmäßiger Belastung oft die sicherere und insgesamt günstigere Wahl. Die Bank wird bei Antragstellung prüfen, ob Sie die spätere höhere Rate tragen können – dazu kann sie Gehaltsentwicklung oder Bonität heranziehen. Wichtig ist, dass Sie bis dahin die Raten zuverlässig zahlen und die Restschuld im Rahmen bleibt. Sondertilgungen während der Karenzzeit, falls vertraglich erlaubt, senken die Restschuld und damit die künftige Rate – prüfen Sie die Bedingungen im Darlehensangebot.
So bewerten Sie eine Karenzzeit
Rechnen Sie die Gesamtkosten und die Raten nach der Karenzzeit durch. Vergleichen Sie mit einem Darlehen ohne Karenzzeit – oft ist die Gesamtbelastung ohne Karenzzeit geringer. Prüfen Sie, ob Sondertilgungen während der Karenzzeit möglich sind, um die Restschuld zu senken. Ein Kreditvergleich mehrerer Angebote mit und ohne Karenzzeit zeigt, welches Modell zu Ihrem Einkommen und Ihrer Lebensplanung passt. Bedenken Sie: Je länger die Karenzzeit, desto höher die Zinskosten und desto größer der Sprung bei der Rate danach – wählen Sie die Karenzzeit nur so lang, wie Sie die Entlastung tatsächlich brauchen.
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Zusammenfassend kann die Karenzzeit die Anfangsbelastung senken – die höheren Gesamtkosten und die spätere Ratenhöhe sollten Sie einkalkulieren.
Häufige Fragen zum Thema Karenzzeit
Was ist der Unterschied zur Tilgungsaussetzung?
Die Tilgungsaussetzung kann die komplette Laufzeit ohne Tilgung meinen (wie beim endfälligen Darlehen). Die Karenzzeit ist in der Regel ein begrenzter Anfangszeitraum, danach folgt die normale Tilgung.
Erhöhen sich die Raten nach der Karenzzeit?
Ja. Nach der Karenzzeit müssen Zinsen und Tilgung in der verbleibenden Laufzeit geleistet werden – die monatliche Rate ist dann höher als während der Karenzzeit.
Kann ich während der Karenzzeit trotzdem tilgen?
Das hängt vom Darlehensvertrag ab. Manche Anbieter erlauben Sondertilgungen; andere schließen sie in der Karenzzeit aus.
Lohnt sich eine Karenzzeit finanziell?
In der Regel nicht – die Zinskosten steigen, die Laufzeit verlängert sich. Sie kann sich lohnen, wenn Sie die Entlastung am Anfang brauchen und die spätere höhere Rate tragen können.
Kann die Bank die Karenzzeit verkürzen?
Nein. Die Karenzzeit ist vertraglich festgelegt. Eine vorzeitige Aufhebung oder Änderung wäre nur durch Vertragsänderung oder vorzeitige Ablösung möglich – beides nur im Einvernehmen oder unter den im Darlehensvertrag genannten Bedingungen.
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