Anschlussfinanzierung - informativ und verständlich erklärt

Die Anschlussfinanzierung ist die Fortführung der Baufinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung, wenn noch eine Restschuld besteht.

Die Anschlussfinanzierung ist die Fortführung einer Baufinanzierung mit einem neuen Kredit, sobald die Zinsbindungsfrist des bisherigen Darlehens endet und noch eine Restschuld besteht. Sie gibt dem Kreditnehmer die Chance, den verbleibenden Betrag zu neuen Konditionen zu finanzieren – oft mit anderem Zinssatz, angepasster Laufzeit oder bei einem anderen Anbieter. Im Folgenden erfahren Sie, was die Anschlussfinanzierung ausmacht, warum sie für die Baufinanzierung wichtig ist und wie Sie sie sinnvoll planen.

Was ist die Anschlussfinanzierung? Definition und Merkmale

Wenn Sie ein Darlehen mit fester Zinsbindung aufnehmen, gilt der vereinbarte Zinssatz nur für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel 10, 15 oder 20 Jahre. Danach endet die Zinsbindung; die Restschuld ist aber in der Regel noch nicht vollständig getilgt. Genau hier setzt die Anschlussfinanzierung an: Sie ersetzen das auslaufende Darlehen durch ein neues – beim gleichen oder bei einem anderen Kreditgeber – und legen dabei Zins, Laufzeit und Tilgung neu fest.

Die Anschlussfinanzierung kann beim bisherigen Anbieter erfolgen oder als Umschuldung zu einem anderen Institut. Entscheidend ist der zum Stichtag gültige Marktzins und Ihre Bonität. Liegen die Zinsen niedriger als beim Altkredit, können Sie mit der Anschlussfinanzierung Zinskosten sparen und gegebenenfalls die monatliche Rate senken oder die Laufzeit verkürzen. Steigen die Zinsen, wird die neue Rate höher – daher lohnt sich eine frühzeitige Planung und der Vergleich mehrerer Darlehensangebote.

Typischerweise wird die Anschlussfinanzierung wieder als Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung abgeschlossen. Die Laufzeit orientiert sich an der verbleibenden Restschuld und Ihrer gewünschten monatlichen Belastung. Wenn Sie in der Zwischenzeit Eigenkapital aufgebaut oder Sondertilgungen geleistet haben, ist die Restschuld geringer – die neue Finanzierung fällt entsprechend kleiner aus. Die Sicherheit für die Bank bleibt in der Regel die bestehende Grundschuld; bei Wechsel der Bank wird sie umgeschrieben oder gelöscht und neu bestellt.

Anschlussfinanzierung und Forward-Darlehen

Wer schon vor Ablauf der Zinsbindung die künftigen Zinsen absichern möchte, kann ein Forward-Darlehen nutzen. Damit sichern Sie sich einen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung, der oft bis zu fünf Jahre im Voraus festgelegt wird. Das reduziert das Risiko steigender Zinsen, kostet aber in der Regel einen Aufschlag. Ob sich ein Forward-Darlehen lohnt, hängt von Ihrer Einschätzung der Zinsentwicklung und Ihrer Planungssicherheit ab.

Warum ist die Anschlussfinanzierung wichtig?

Für die meisten Bauherren und Käufer ist das erste Darlehen ein Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung. Ohne Anschlussfinanzierung müssten Sie die Restschuld am Ende der Zinsbindung in einem Betrag zurückzahlen – was nur selten möglich ist. Die Anschlussfinanzierung ermöglicht es Ihnen, die Restschuld weiter in Raten zu tilgen und dabei die Konditionen an die aktuelle Marktlage und Ihre Lebenssituation anzupassen.

Hinweis: Spätestens zwölf bis 24 Monate vor Ende der Zinsbindung sollten Sie sich mit der Anschlussfinanzierung befassen. So haben Sie Zeit, Angebote zu vergleichen, ein Forward-Darlehen zu prüfen und die gewünschte Tilgung und Laufzeit zu planen.

Zudem nutzen viele Kreditnehmer den Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung, um die monatliche Belastung zu verringern, den Tilgungssatz zu ändern oder durch einen Anbieterwechsel bessere Konditionen zu erzielen. Ein Vergleich lohnt sich fast immer – auch wenn Sie bei Ihrer bisherigen Bank bleiben möchten, schafft ein alternatives Angebot Verhandlungsbasis.

Kosten und Chancen der Anschlussfinanzierung

Bei einer Umschuldung zu einer anderen Bank können Kosten für die Ablösung des Altkredits anfallen (Vorfälligkeitsentschädigung), sofern Sie keine Sonderkündigungsrechte haben. Diese müssen Sie gegen die möglichen Zinseinsparungen der neuen Finanzierung rechnen. Ein Baufinanzierungsberater oder der Baufinanzierungsrechner hilft dabei, verschiedene Szenarien durchzuspielen.

So setzen Sie die Anschlussfinanzierung sinnvoll um

So gehen Sie vor, wenn sich das Ende Ihrer Zinsbindung nähert:

  1. Rechtzeitig die voraussichtliche Restschuld und das Ende der Zinsbindung klären (steht im Darlehensvertrag bzw. in Ihren Unterlagen).
  2. Mehrere Angebote einholen – bei der bisherigen Bank und bei anderen Anbietern.
  3. Prüfen, ob ein Forward-Darlehen für Sie infrage kommt, wenn die Zinsbindung erst in einigen Jahren endet.
  4. Vorfälligkeitsentschädigung und sonstige Kosten der Ablösung in den Vergleich einrechnen.

Lassen Sie sich die erwartete Restschuld und verschiedene Laufzeit- und Tilgungsvarianten in den Angeboten darstellen. So sehen Sie, welche monatliche Rate und welche Gesamtkosten auf Sie zukommen. Ein Berater kann Ihnen helfen, die für Sie passende Laufzeit und Tilgung zu wählen. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre aktuelle Bank Sonderkündigungsrechte ohne oder mit reduzierter Vorfälligkeitsentschädigung einräumt – das erleichtert den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Die Finanzierungszusage für die Anschlussfinanzierung sollten Sie möglichst vor Ablauf der Zinsbindung in der Hand haben, damit Sie nicht unter Zeitdruck entscheiden müssen.

Checkliste für die Anschlussfinanzierung

Kündigungsfristen und -rechte im Altvertrag prüfen. Die voraussichtliche Restschuld und das genaue Ende der Zinsbindung notieren. Mehrere Angebote mit gleicher Laufzeit und Tilgung vergleichen – den Effektivzins und die Gesamtkosten einbeziehen. Bei Umschuldung: Ablösekosten und Notargebühren für die neue Sicherheit gegen die Zisersparnis rechnen. So gehen Sie gut vorbereitet in die Anschlussfinanzierung und vermeiden böse Überraschungen bei der neuen monatlichen Rate.

Hier kommt baufi-netz.de ins Spiel: Über den Baufinanzierung-Vergleich von baufi-netz.de können Sie unverbindlich Angebote für Ihre Anschlussfinanzierung einholen und Konditionen vergleichen. Der Service ist kostenlos; ein persönlicher Ansprechpartner unterstützt Sie bei der Auswahl. So nutzen Sie den Wechsel der Zinsbindung für eine optimale Fortführung Ihrer Baufinanzierung.

Zusammenfassend ist die Anschlussfinanzierung der zentrale Schritt, um Ihr Darlehen nach Ablauf der Zinsbindung weiterzuführen. Durch frühzeitige Planung und den Vergleich mehrerer Angebote können Sie die Konditionen gezielt gestalten und oft Zinskosten sparen oder Ihre monatliche Belastung anpassen.


Häufige Fragen zum Thema Anschlussfinanzierung

Was ist der Unterschied zwischen Anschlussfinanzierung und Umschuldung?

Die Anschlussfinanzierung ist die Fortführung der Finanzierung nach Ende der Zinsbindung – entweder beim gleichen Anbieter oder bei einem anderen. Von Umschuldung spricht man, wenn Sie bewusst zu einer anderen Bank wechseln, um bessere Konditionen zu erhalten. Die Umschuldung ist also eine mögliche Form der Anschlussfinanzierung.

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Spätestens 12 bis 24 Monate vor Ende der Zinsbindung. So haben Sie Zeit, Angebote zu vergleichen, ein Forward-Darlehen zu prüfen und alle Unterlagen bereitzulegen.

Kann sich meine Rate bei der Anschlussfinanzierung erhöhen?

Ja. Die neue Rate hängt vom Zinssatz zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung ab. Steigen die Zinsen im Vergleich zu Ihrem bisherigen Darlehen, wird die monatliche Belastung höher. Daher lohnt sich die rechtzeitige Planung und gegebenenfalls ein Forward-Darlehen.

Lohnt sich ein Wechsel der Bank bei der Anschlussfinanzierung?

Oft ja – wenn die neue Bank bessere Zinsen oder Konditionen bietet. Sie müssen dabei die Kosten einer möglichen Vorfälligkeitsentschädigung und sonstige Ablösekosten berücksichtigen und gegen die Ersparnis rechnen.

Was ist ein Forward-Darlehen im Zusammenhang mit der Anschlussfinanzierung?

Ein Forward-Darlehen sichert Ihnen einen Zinssatz für die künftige Anschlussfinanzierung bereits mehrere Jahre im Voraus. So gehen Sie kein Risiko steigender Zinsen ein; dafür zahlen Sie in der Regel einen Zinsaufschlag.


Wir hoffen, dass Sie zum Begriff "Anschlussfinanzierung - informativ und verständlich erklärt" im Rahmen der Baufinanzierung nun gut informiert sind.

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