Die Objektbesichtigung ist die Inspektion einer Immobilie vor Kauf oder Finanzierung. Sie dient dazu, den Zustand, die Lage und den Wert des Objekts einzuschätzen und ist für Sie als Käufer wie für den Kreditgeber relevant: Sie prüfen, ob die Immobilie Ihren Vorstellungen entspricht; die Bank oder ein Gutachter ermittelt den Beleihungswert für die Bonitätsprüfung und die Höhe der möglichen Darlehenshöhe. Im Folgenden erfahren Sie, was bei einer Objektbesichtigung passiert, warum sie wichtig ist und wie Sie sich vorbereiten.
Was ist die Objektbesichtigung? Definition
Bei der Objektbesichtigung wird die Immobilie vor Ort in Augenschein genommen – durch den Kreditnehmer bzw. Käufer, durch den Darlehensgeber oder einen beauftragten Gutachter. Für die Bank geht es um die Wertermittlung: Der Beleihungswert bildet die Grundlage für den Beleihungsauslauf und damit für die Kreditentscheidung und die Kreditkonditionen. Für Sie als Käufer geht es um die Eignung der Immobilie: Größe, Zustand, Mängel, Nebenkosten-relevante Merkmale. Oft wird die Objektbesichtigung durch ein Bewertungsgutachten oder ein Bewertungsgutachten ergänzt, das den Verkehrs- oder Beleihungswert schriftlich festhält. Die Bank kann die Besichtigung zur Bedingung für die Auszahlung des Darlehens machen.
Besichtigung durch Käufer vs. durch die Bank
Als Käufer besichtigen Sie die Immobilie in der Regel mehrfach – vor dem Kaufvertrag, um sich ein Bild zu verschaffen, und ggf. vor der Abnahme. Achten Sie auf Bausubstanz, Heizung, Fenster, Dach, Feuchtigkeit, Schimmel und auf Angaben in den Unterlagen (z. B. Grundriss, Energieausweis). Die Bank führt oft keine eigene Besichtigung durch, sondern stützt sich auf Unterlagen, Fotos oder ein Gutachten. Bei höheren Darlehenssummen oder schwierigen Objekten kann sie einen Gutachter beauftragen, der vor Ort den Beleihungswert ermittelt. Das Gutachten fließt in die Kreditentscheidung ein; die Kosten trägt in der Regel der Kreditnehmer.
Warum ist die Objektbesichtigung wichtig?
Für Sie verhindert eine gründliche Besichtigung böse Überraschungen nach dem Kauf: Mängel, die den Wert oder die Nutzbarkeit beeinträchtigen, sollten vor Vertragsabschluss bekannt sein. Für die Bank sichert die Wertermittlung (ob per Besichtigung oder Gutachten), dass die Grundschuld durch einen ausreichenden Beleihungswert abgesichert ist. Liegt der ermittelte Wert unter dem Kaufpreis, kann die Bank die Darlehenshöhe begrenzen – Sie müssten dann mehr Eigenkapital einbringen. Eine realistische Einschätzung des Objekts hilft auch bei der Planung von Nebenkosten und möglichen Sanierungskosten, die Sie in die Finanzierungsplanung einbeziehen sollten.
Checkliste für Ihre eigene Besichtigung
Notieren Sie vor der Besichtigung Ihre Anforderungen (Größe, Zimmer, Lage, Budget) und prüfen Sie das Exposé auf Vollständigkeit (Grundriss, Flächen, Baujahr, Energieausweis). Vor Ort: alle Räume ansehen, auf Feuchtigkeit, Risse, Zustand von Fenstern und Heizung achten, Keller und Dach prüfen. Fragen Sie nach Renovierungen, Schäden und laufenden Kosten (Grundsteuer, Versicherung, Rücklagen). Ein zweiter Besichtigungstermin zu anderer Tageszeit kann Lärm oder Nachbarn besser einschätzen lassen. Wenn die Bank ein Gutachten verlangt, stellen Sie alle Unterlagen (Grundriss, Flächenangaben, Fotos) bereit – das beschleunigt die Wertermittlung und damit Ihre Kreditentscheidung.
So bereiten Sie die Objektbesichtigung vor
Nehmen Sie sich Zeit und besichtigen Sie die Immobilie bei Tageslicht. Prüfen Sie alle Räume, Keller, Dach, Außenbereich und die Angaben in Exposé und Energieausweis. Notieren Sie Fragen und Auffälligkeiten und klären Sie diese mit dem Verkäufer oder Makler. Wenn die Bank ein Gutachten verlangt, stellen Sie die nötigen Unterlagen (Grundriss, Flächen, Baujahr, ggf. Mietverträge) bereit. Vergleichen Sie den Kaufpreis mit vergleichbaren Objekten in der Lage – das hilft Ihnen und gibt der Bank eine Orientierung für den Beleihungswert. Vor dem Darlehensvertrag und der Auszahlung kann die Bank eine erneute Prüfung oder Besichtigung verlangen, wenn sich am Objekt etwas geändert hat.
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Die Objektbesichtigung sollte vor der endgültigen Kaufentscheidung und vor der Unterzeichnung des Darlehensvertrags liegen. So vermeiden Sie, sich an eine Immobilie zu binden, die Ihren Erwartungen oder der Bankbewertung nicht entspricht. Bei Neubau können Besichtigungen in verschiedenen Bauphasen sinnvoll sein.
Zusammenfassend ist die Objektbesichtigung ein zentraler Schritt vor Kauf und Finanzierung – für Ihre Entscheidung und für die Wertermittlung der Bank.
Häufige Fragen zum Thema Objektbesichtigung
Muss die Bank die Immobilie besichtigen?
Nicht zwingend. Viele Banken stützen sich auf Unterlagen, Fotos und ggf. ein Gutachten. Bei hohen Summen oder Sonderobjekten kann eine Besichtigung oder ein Gutachtertermin verlangt werden.
Wer trägt die Kosten für das Bewertungsgutachten?
In der Regel der Kreditnehmer. Die Bank beauftragt den Gutachter und rechnet die Kosten oft über die Darlehenskosten oder als separate Position ab.
Kann ich die Besichtigung verweigern?
Wenn die Bank die Besichtigung oder ein Gutachten zur Kreditentscheidung verlangt, ist die Mitwirkung in der Regel Voraussetzung für die Finanzierungszusage. Ohne Wertermittlung wird oft kein Darlehen gewährt.
Was prüfe ich als Käufer bei der Besichtigung?
Zustand von Bausubstanz, Dach, Fenstern, Heizung, Elektrik, Wasser; Hinweise auf Feuchtigkeit oder Schimmel; Übereinstimmung mit Exposé und Grundriss; Lärm, Nachbarn, Lage.
Reicht eine Online-Besichtigung für die Bank?
Das hängt von der Bank ab. Für die Wertermittlung verlangen viele Institute weiterhin Unterlagen oder ein Gutachten vor Ort. Für Sie als Käufer ist eine persönliche Besichtigung dringend zu empfehlen.
Wer nimmt an der Objektbesichtigung teil?
In der Regel der Verkäufer oder Makler, Sie als Interessent und ggf. ein Gutachter der Bank. Bei der wertermittelnden Besichtigung durch die Bank erhalten Sie oft keine detaillierte Bewertung – die Bank nutzt das Ergebnis für ihre Kreditentscheidung.
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